Prinz verzweifelt gesucht (2008)

FOTOS

Fotos: Annika Staudt (Vor dem Konzert), Tobias Schwerdt (Konzert)

 

KONZERTBERICHT

Nun ist der Prinz gefunden

„SchwetSingers“ feiern ihr märchenhaftes Musical: Lang anhaltender Beifall und zwei Zugaben

Was ist ein Märchen für Erwachsene? Etwa ein Märchen ohne Happy End? Nein – das bewies die Chorformation „SchwetSingers“ des Sängerbundes unter Leitung von Elena Spitzner am Sonntagabend im Lutherhaus beim Musical „Prinz … verzweifelt gesucht“.

Auf die Zuschauer wartete eine farbenfrohe und lustige Mischung aus bekannten Evergreens und rhythmischen Bewegungen. Nach der erfolgreichen und ausverkauften Uraufführung im November letzten Jahres haben sich die „SchwetSingers“ auf vielfachen Wunsch ein zweites Mal auf die Suche nach dem Prinzen gemacht. Röschen, gespielt von Sabrina Kästner, lädt an diesem Abend alle ihre Freunde zu einer großen Party ein – bis auf Walburga (Marion Schwab) und ihre Töchter Berta (Anita Teichmann) und Agatha (Annika Rebmann). Aus Wut legt Walburga einen Fluch auf Röschen – 100 Jahre soll sie schlafen. Während sich Walburgas „gute“ Tochter Berta sofort der Sache annimmt und versucht, mit ihrem niedlichen Charme den Fluch zu brechen, mischt Walburga die Party richtig auf. Zu einer richtigen Party gehören nämlich Männer – diese beschwört sie unter Blitzlicht und dem Titel „It’s raining men“ wie aus dem Nichts hervor.

Anderer Handlungsort: zwei Betrogene, gespielt von Santina Rudolph und Kerstin Steinhilper, klagen sich gegenseitig ihr Leid über einen ehemaligen Liebhaber, bemerken aber erst später, dass es sich um den Gleichen handelt. Das vor Wut zerrissene Foto findet Röschen und verliebt sich auf der Stelle in den abgebildeten Prinzen. Auf der Suche nach ihrem Traumprinz, denn nur durch den Kuss eines Prinzen kann sie von ihrem Fluch erlöst werden, bereisen Berta und sie viele Orte auf der Welt – jedoch immer unter den Argusaugen der „bösen“ Schwester Agatha. Musikalisch wird die Reise erzählt und untermalt mit Klassikern wie „New York, New York“, „America“ und „I feel pretty“.

Flirtversuch missglückt

Mit einem missglückten Flirtversuch und dem Lied „Wenn ich einmal reich wär“ singt sich Waldemar (Michael Scherer) in die Herzen der Zuschauer. Nach der Abfuhr bei Röschen geht er zu seinen „Mädels“ ins „Moulin Rouge“, die mit „Lady Marmelade“ und einer in schwarz-rot getauchten Bühne die Stimmung im Lutherhaus zum Kochen bringen. Hier trifft Röschen auch endlich auf ihren Traumprinzen (Holger Hermann), der eigentlich kein Prinz ist sondern lediglich Robin Prinz heißt. Mit einem Kuss erlöst er Röschen von ihrem Fluch und widmet ihr das Lied „Everything I do“. Endlich vereint, stößt die diesmal gut gelaunte Walburga dazu – im Schlepptau ihr „Schnäuzelchen“. Beim letzten Lied „Sei hier Gast“ wird mit Sekt und viel Schwung eine neue Party gefeiert – und dieses Mal sind alle eingeladen.

Begeistert von der Darbietung der „SchwetSingers“ klatschte das Publikum lang anhaltenden Beifall und gab sich auch nach der ersten Zugabe „Hello Dolly“ noch nicht zufrieden. Die „SchwetSingers“ stürmten noch einmal die Bühne. Mit „It’s raining men“ sorgten sie für einen grandiosen Abschluss.

© Schwetzinger Zeitung, Annika Staudt, 20. Februar 2008

 

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