Ein Krimi für die Mimi

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Fotos: Annika Staudt

 

KONZERTBERICHT

Open-Air im Awo-Garten: „SchwetSingers“ bieten mit ihrem musikalischen Krimi eine tolle Show

Eifersucht, Mord und Falcos „Kommissar“

„Mit dem Auftritt der ‚SchwetSingers‘ bei unserem Benefiz-Open-Air geht für uns ein langgehegter Wunsch in Erfüllung“, freute sich Awo-Vorsitzender Wolfgang Hundert bei der Begrüßung im Garten der Begegnungsstätte. Sängerbund-Vorsitzende Sabine Rebmann charakterisierte den Auftritt ihrer „SchwetSingers“ als das diesjährige musikalische Highlight der Sängerbund-Gruppe. Schon zu Beginn hob sie die meisterhafte Arbeit von Chorleiterin Elena Spitzner hervor, die eigens für das Konzert etliche Lieder chorgerecht umgeschrieben hatte. Dass ihr dies exzellent gelungen ist, zeigte sich gleich beim Eingangs-Song „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“. Dieser kam so gut an, dass die „SchwetSingers“ im Handumdrehen die Zuhörer auf ihrer Seite hatten. Frisch und gesanglich auf höchstem Level ging es weiter mit „Mister Sandman“ und „Der Mörder ist immer der Gärtner“.

Doch jetzt begann es schummrig zu werden auf der Bühne. Die ersten Darsteller wurden umgebracht, Gangster, Revolverhelden und das „Milieu“ machte sich breit auf der Bühne. „Mackie Messer“ zeigte sich und erntete Beifall. Beim leidenschaftlich vorgetragenen „Eifersuchtsduett“ aus der Dreigroschenoper wurden einige Damen handgreiflich. Immer wieder trat „Mimi“ in Person von Anastasia Spitzner in Erscheinung mit ihren Krimi-Bettlektüren, denen prompt die entsprechend schlimmen Träume folgten. Es fehlte nie an Situationskomik. So war das Programm gewürzt mit einer gepfefferten Gerichtsverhandlung und erschreckenden Schwetzinger Kriminalstatistiken. Einige Sängerinnen kamen als Politessen verkleidet, verließen die Bühne und machten bei den Zuhörern Ausweiskontrollen. Die Zuhörer waren aus dem Häuschen und machten begeistert mit. Und die „SchwetSingers“ sangen nicht nur. Einmal mehr gibt’s die Note eins für Bewegung, Choreographie, schauspielerische Elemente und die Auswahl der Kostüme, die den 20er Jahren nachempfunden waren. An eindrucksvollen und klasse gesungenen Solopartien mangelte es nicht.

Tanja Paha und und Ralph Kühnle kamen als Bonnie and Clyde mit „Summerwine“, Tobias Kreichgauer und Peter Schäfer machten Falcos „Kommissar“ stilecht nach, Holger Herrmann überraschte als Panzerknacker bei seinem musikalischen Banküberfall. Hervorragend eingespielt waren Elena Spitzner und ihr Chor mit dem Instrumental-Duo Tommy Engelhart und Bastian Woytinnek. Christina Bercher glänzte mit ihrer Kleingruppe bei „Big Spender“ und Uli Beßler hatte als „Pink Panther“ und „Dr. Engel“ ulkige Beiträge. Am Ende war der Mörder dann der Butler und auch das Fazit stimmte: „Man lernt eben täglich dazu !“ Die Rufe nach Zugaben am Ende des gelungenen Abends, wollten kein Ende nehmen und wurden erfüllt. Das fleißige Awo-Team musste manchen Korken knallen lassen.

© Schwetzinger Zeitung, Gerhard Rieger, 18. Juli 2011

 

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