47. Weihnachtskonzert bei Kerzenschein

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Fotos: Annika Staudt & Daniel Kreichgauer

 

KONZERTBERICHT

Publikum hört der Engel helle Lieder: Für viele Musikliebhaber ist das traditionelle Weihnachtskonzert des Sängerbundes ein herausragendes Ereignis im Kulturleben der Stadt. Das wirkte sich auf den Publikumszuspruch aus, in der von Kerzen beleuchteten Stadtkirche blieb am Sonntag kein Platz frei. Darüber freute sich die Vorsitzende Sabine Rebmann ganz besonders. „Wenn das vierte Kerzlein brennt“, sagte sie in ihrer Begrüßungsansprache, „ist die Zeit für das Weihnachtskonzert gekommen, zu dem der Sängerbund schon zum 47. Mal einlädt.“

Neben den zahlreichen Konzertbesuchern hieß Sabine Rebmann auch prominente Gäste willkommen, darunter Landtagsabgeordneten Manfred Kern, Oberbürgermeister Dr. René Pöltl, den Landtagskandidaten Daniel Born, den Vorsitzenden des Chorverbandes Kurpfalz, Gerhard Kuhn, sowie zahlreiche Gemeinderäte und Ehrenmitglieder.

Sie alle erlebten zusammen mit dem übrigen Publikum ein abwechslungsreiches und qualitativ hochwertiges Konzert, das wahre Begeisterungsstürme auslöste.

Zu Beginn sangen sich die „cOHRwürmer“, bestehend aus Kindern im Alter zwischen vier und elf Jahren, mit ihren glockenreinen Stimmen in die Herzen des Publikums. Gemeinsam mit dem Jugendchor führten sie die Kantate „Es klopft bei Wanja in der Nacht“ auf. Unter der Leitung von Elena Spitzner hauchten sie der Bilderbuchgeschichte von Tilde Michels, vertont von Emmerich Bünemann, auf ganz besondere Weise Leben ein.

Junge Talente brillieren
„Nächstenliebe und ein friedliches Miteinander“ lautet die Botschaft, die den Zuschauern in dieser Kantate vermittelt wurde. Mit viel Charme und Talent sangen und sprachen die Kinder ihre Rollen: Ein Hase (niedlich die siebenjährige Katharina Lammes), ein Fuchs (überzeugend die neunjährige Magdalena Lammes), und ein Bär (beeindruckend Stella Franz, sieben Jahre alt), suchen in einer Winternacht nacheinander Schutz vor Schneesturm und Kälte in Wanjas (ausgezeichnet Adrian Rüttinger, elf Jahre alt) Hütte, obwohl sie voreinander Angst hatten.

Der Reiz der Kantate bestand im Wechsel vom Chorgesang der anmutigen Schneehasen, den Sprechern (Leven Salamon, Benigna Knapp, Elisabeth Eichinger) und Solisten. Dabei stach Sam Sahin mit seiner schönen Stimme und reiner Intonation hervor. Die fantastische Kulisse, die zauberhaften Kostüme und einfühlsame musikalische Untermalung am E-Piano von Anastasia Spitzner trugen ebenfalls zum Gelingen der Aufführung bei.

In elegantem Schwarz gekleidet, zogen anschließend die „SchwetSingers“ nach vorne zum Altar, um gemeinsam mit dem Jugendchor „A Ceremony of Carols“ von Benjamin Britten (1913 – 1976) aufzuführen. „Sie kennen die SchwetSingers von Konzerten mit modernen Liedern, Musicals“, erläuterte Sabine Rebmann in ihrer Moderation, „heute hören Sie ein klassisches Stück. Der Wunsch, etwas ganz anderes zu machen, kam aus den eigenen Reihen und Chorleiterin Elena Spitzner hat dies begeistert aufgegriffen.“

So hat sich der gemischte Chor dieser großen Herausforderung gestellt und gemeinsam mit Harfenistin Rachel Kelz, Musikpädagogin an der Musikschule, dieses wunderbare Chorwerk aufgeführt. Neben dem ausgefeilten Gesang ließen die Zuhörer vor allem die besondere Klangsphäre der Harfe auf sich wirken. Eingängige, schlichte Melodien verband Britten zu bewegenden Klangfolgen, die von den Sängern im Original, in Mittelenglisch, vorgetragen wurden. Rachel Kelz bot an der Harfe mit dem Zwischenspiel auch solistisch Glanzpunkte.

Jubilierende Stimmen wie die von Kornelius Rohrschneider (13), Lenny Laqua (13) und Katharina Litsch (14) in „Balulow“ (Wiegenlied) oder „Spring Carol“ (Frühlingslied) berührten durch ihre innige Vortragsweise unmittelbar die Zuhörer. Weitere Höhepunkte boten Rachel Kelz mit der bekannten Melodie aus dem Märchenfilm „Drei Nüsse für Aschenbrödel“, Magdalena Lammes und Adrian Rüttinger mit dem Lied „Lieb Nachtigall, wach auf“ und die „SchwetSingers“ mit „Schwedrik“, einer ukrainischen Volksweise, gesungen auf Weißrussisch.

Beim großen Finale sangen alle Aktiven zusammen ein von Elena Spitzner arrangiertes Medley mit Weihnachtsliedern wie „Alle Jahre wieder“, „Süßer die Glocken nie klingen“, oder „Fröhliche Weihnacht überall“, bei dem noch einmal der wunderbare Gesamtklang zum Ausdruck kam.

Nach dem gemeinsam mit dem Publikum gesungenen Lied „Hört der Engel helle Lieder“ ging ein Abend zu Ende, für den es tosenden Applaus gab.

© Schwetzinger Zeitung, Dienstag, 22.12.2015

 

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